Cyclassics 2016 – Hamburg meine Perle

Eigentlich ist es ja seit Jahren das Mega-Event und so ziemlich jeder ist hier schon am Start gewesen oder hat etwas davon zu berichten.

Dieses Jahr war für uns die Premiere!

Für uns war natürlich klar, dass wir Elbchausee und den berüchtigten Waseberg unter die Räder nehmen wollten. Da blieben nur 60 oder 160 km (das komplette Programm) Runde zur Auswahl. 160 km erschien uns dann doch zu lang und die Fahrt in den Hamburger Süden finden wir jetzt nicht so reizvoll, auch wenn dadurch die Köhbrandbrücke nicht mehr auf der Strecke lag.

Leicht rollende 60 km schien uns da eher reizvoll und so konnten wir uns auf 6 Uhr Frühstück mit S-Bahnfahrt zum Hbf einstellen, da die „Jedermann“-Veranstaltungen dem Profi-Rennen im Anschluss auf der fast identischen Strecke Platz machen musste.

Sonntag um 8 Uhr am Start zu stehen, bei frischen 14 Grad ist jetzt nicht so die Verlockung schlechthin, aber Sonne und Stimmung im Feld haben doch besonders motiviert.

Alster am morgen…

Fast identisch war dann auch der einzige Wermutstropfen auf unserer Cyclassics Prämiere, denn der Waseberg sollte im Streckenverlauf fehlen, da Anfahrt und weiterer Streckenverlauf auf den engen Straßen früher zu gefährlichen Situationen bei den teils ungeübten Teilnehmern führte – ich würde da eher eine A- und B-line bevorzugen, wie es die z.B. auf MTB-Rennkursen gibt.

Nach Wendepunkt in Wedel ging es wieder an dem Elblauf folgend in Richtung Hamburger Stadtgrenze. Bisher eher mitgeschwommen, hatten wir uns die Bergwertung ausgesucht, um mal richtig uns zu testen und mit forscher Gangart, großes Blatt, Schwung aus dem Flachstück und „Geh rechts vorbei“-Rufen, flogen wir der Bergwertung entgegen. Leider war nach dem kurzen Teilstück die Strecke doch zu sehr blockiert um hier noch entscheidend voranzukommen und so hatten wir schon unseren nächsten Programmpunkt im Fokus:

Keine Cyclassics Runde ohne den Waseberg

Also schlugen wir uns kurz nach der offiziellen Bergwertung elbseitig in die Büsche um die gerade zurückgelegten Höhenmeter wieder auf einem unbefestigte Waldweg zu vernichten, nicht ohne ortskundige Hundebesitzer nach dem günstigsten Weg – ohne Stufen – den Elbhang hinab zu befragen.

Der etwas längere Weg durch das Grün spuckte uns an der Elbe aus und abseits des Trubels – hier schlief Hamburg noch bevor gegen 15 Uhr die erste Durchfahrt der Profis stattfinden sollte – konnten wir der Elbe folgend zum Abzweig gen Waseberg rollen, schliesslich wollten wir an den Cyclassics teilnehmen, nicht ohne dem Waseberg eine Kurzvisite abzustatten. Links weg ging es mit leichtem Anstieg wieder in Richtung Grün und die ersten Straßen-Hinweisschilder ließen schon erahnen, was uns erwartete – 15% Steigung!

 

Am Grün angekommen macht dann der Straßenverlauf den rechts Knick zum Waseberg und die Steigung breitete sich in aller Pracht vor uns aus. Hier sollten später 1000de von Zuschauer den selektiven Steigungsabschnitt säumen – bisher waren hier nur 4 Helfer, die Werbebanderolen befestigten und den Zielstrich aufgemalt hatten. Den Anstieg vor uns, mobilisierten wir erneut unsere Kräfte um diesmal mit ausgereizter Schaltkapazität die wirkliche Bergwertung der Cyclassics zu erklimmen – die Profis machen hier eine 12 km Schleife und überqueren die Ziellinie der Bergwertung 5x an diesem Tag – wir sollten heute aber die Ersten sein, die die Ziellinie überquerten, nicht ohne Anfeuerungsrufe der staunenden Helfer am Streckenrand!

Nach links noch eine kleine Steigung hinauf – die Profis fahren geradeaus weiter die Elbe entlang – fanden wir uns kurz darauf an der eigentlichen Strecke wieder, den freundlichen Hundebesitzer nett grüßend und mit Dank für die gute Navigierung, warfen wir uns wieder auf der Strecke die Elbchausee in Richtung Altonaer Standesamt, Reeperbahn und St. Pauli entgegen.

In schnellem Tempo an den Teilnehmern vorbei konnten wir eine rasende Aufholjagd einleiten – die Spitzengruppe auch bei den Profis war hier nicht wirklich einzuholen, da es hier mit vollem Tempo Richtung Innenstadt geht.

Auf der Mönckebergstraße hatten wir noch einige Teilnehmer nieder zu kämpfen und in Zielpose überquerten wir freudig den Zielstrich – etwas sprachlos, dass es schon gegen 10 Uhr vorbei sein sollte, mit unserem Ausflug in Hamburg.

 

Nach Regeneration in der Skoda-Lounge – danke an Oliver für die spontane Einladung vom Freitag in Düsseldorf – und den einen oder anderen Prominenten Teilnehmern gesichtet zu haben, entschieden wir uns dafür den Rückweg Elbstrom aufwärts mit den Rädern zurückzulegen und die S-Bahn zu meiden. Hier konnten wir uns nochmal etwas austoben und mit viel Spaß und natürlich dem obligatorischen Wind, den wir bisher eher vermisst hatten, ging es zur weiteren Regeneration in unser Wochenenddomizil.

Eine schöne Veranstaltung -trotz oder weil auch mit so vielen Teilnehmern nicht der sportliche Spaß auf der Strecke geblieben ist, sondern eine gut organisierte „Runde Sache“ war. Es wird nicht unsere letzte Teilnahme sein – die Klassiker-Kategorie haben wir schon für das nächste Jahr verabredet!

 

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